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2008nach oben

18.12.2008, B 11 AL 32/07 R
LSG BW, 11.05.2007, L 8 AL 158/06

Eine Altersrente nach dem schweizerischen Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) ist mit einer deutschen Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbar und führt zum Ruhen des Anspruchs auf Arbeitslosengeld.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

29.10.2008, B 11 AL 52/07 R
LSG BY, 27.09.2007, L 10 AL 393/05

Ist die Vereinbarung einer wöchentlichen Arbeitszeit von vornherein auf eine Überschreitung der Zeitgrenze von weniger als 15 Stunden angelegt, handelt es sich um keine kurzzeitige Beschäftigung.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

29.10.2008, B 11 AL 44/07 R
LSG BB, 20.10.2006, L 28 AL 165/04

Ist die Vereinbarung einer Monatsarbeitszeit von vornherein auf eine Überschreitung der wöchentlichen Zeitgrenze von unter 15 Stunden angelegt, handelt es sich um keine kurzzeitige Beschäftigung; dies gilt auch dann, wenn die Wochenarbeitszeit bezogen auf die Gesamtdauer der Beschäftigung im Durchschnitt unterhalb der Kurzzeitigkeitsgrenze bleibt (Fortführung von und Abgrenzung zu BSG vom 22.8.1984 - 7 RAr 12/83 = SozR 4100 § 102 Nr 6 sowie BSG-Urteile vom 15.5.1985 - 7 RAr 22/84 - und vom 15.6.1988 - 7 RAr 12/87 = Die Beiträge 1988, 286).

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

29.10.2008, B 11 AL 34/07 R
LSG BB, 24.10.2006, L 30 AL 217/02

Orientierung

Ein Anspruch auf BAB entfällt bereits dann, wenn der Auszubildende zuvor eine schulische Ausbildung absolviert hat, die in Ausbildungszeit und Ausbildungsabschluss einer betrieblichen Ausbildung gleichwertig ist. Wesentlich ist nicht, ob die zuvor schon durchlaufene Ausbildung als rein schulische Maßnahme ausgestaltet war. Maßgeblich ist allein die Gleichwertigkeit der Ausbildungszeit und des Ausbildungsabschlusses.

  • funktionsdifferenten Auslegung

Rechtlicher Schwerpunkt: Berufsausbildungsbeihilfe

29.10.2008, B 11 AL 13/07 R
LSG SN, 18.01.2007, L 3 AL 147/06

1. Gegen § 124 Abs 3 S 1 Nr 1 SGB 3 und dessen Anwendung mit der Folge der Nichteinbeziehung von Pflegezeiten ohne Leistungsbezug in die Privilegierung bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken. (Rn.19)

2. Die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil wurde nicht zur Entscheidung angenommen (BVerfG 1. Senat 2. Kammer vom 17.6.2009 - 1 BvR 914/09).

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

27.08.2008, B 11 AL 9/07 R
LSG BB, 25.01.2007, L 30 AL 106/05

Im Rahmen der Bedürftigkeitsprüfung nach § 193 Abs 2 SGB 3 ist Aktienvermögen zum maßgeblichen Zeitpunkt des Leistungsbeginns mit dem aktuellen Kurswert zu berücksichtigen. Dabei kommt es für die Beurteilung der offensichtlichen Unwirtschaftlichkeit iS von § 6 Abs 3 S 1 AlhiV nicht auf den strikt monetären Vergleich des aktuell erzielbaren Verkaufserlöses mit den Erwerbskosten an.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

27.08.2008, B 11 AL 7/07 R
LSG BB, 12.10.2006, L 30 AL 182/03

Die für den Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderliche Arbeitsfähigkeit eines im grenznahen Ausland wohnenden Ausländers ist gegeben, wenn dieser die Vermittlung in eine Grenzgängerbeschäftigung iS der ASAV und insoweit die Erteilung einer Arbeitserlaubnis zu erwarten hat (Weiterführung von und Abgrenzung zu BSG vom 26.3.1998 - B 11 AL 75/97 R = DBlR 4444a, AFG/§ 19).

Rechtlicher Schwerpunkt: Versicherungspflicht

27.08.2008, B 11 AL 25/07 R
LSG NW, 29.05.2007, L 1 AL 67/06

Bei der Arbeitslosenhilfe ist im Rahmen der Bedürftigkeitsprüfung Aktienvermögen mit dem aktuellen Kurswert zu berücksichtigen. Dabei kommt es für die Beurteilung der offensichtlichen Unwirtschaftlichkeit der Vermögensverwertung nicht darauf an, ob der aktuelle Kurswert niedriger ist als der Anschaffungswert (Abgrenzung zu BSG vom 3.5.2005 - B 7a/7 AL 84/04 R = SozR 4-4220 § 1 Nr 4).

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

27.08.2008, B 11 AL 22/07 R
LSG SL, 19.01.2007, L 8 AL 3/06

Arbeitnehmer können einen Existenzgründungszuschuss auch dann beanspruchen, wenn sie als Grenzpendler unter Beibehaltung ihres deutschen Wohnsitzes eine selbstständige Tätigkeit im EU-Ausland aufnehmen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Existenzgründungszuschuss

27.08.2008, B 11 AL 12/07 R
LSG NB, 05.12.2006, L 7 AL 381/03

Bei Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe ist das für die Berücksichtigung von Fahrkosten für eine monatliche Familienheimfahrt vorgeschriebene Merkmal der "erforderlichen auswärtigen Unterbringung" bereits dann gegeben, wenn die Entfernung zwischen der konkreten Ausbildungsstätte und dem Familienwohnort so groß ist, dass tägliche Pendelfahrten unzumutbar sind; unerheblich ist, ob am Familienwohnort oder im Tagespendelbereich eine geeignete Ausbildung möglich gewesen wäre.

Rechtlicher Schwerpunkt: Berufsausbildungsbeihilfe

27.08.2008, B 11 AL 11/07 R
LSG NW, 31.01.2007, L 12 AL 121/06

Die Bundesagentur für Arbeit kann den Ersatz von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen infolge rückwirkender Aufhebung und Rückforderung von Arbeitslosenhilfe auch nach dem 1.1.2005 verlangen, wenn der Ersatzanspruch vor diesem Zeitpunkt entstanden ist.

Rechtlicher Schwerpunkt: Ersatzpflicht von KV-/PV-Beiträgen

29.05.2008, B 11a/7a AL 74/06 R
LSG BY, 17.11.2005, L 9 AL 239/03

Wird mit der Rücknahme der Bewilligung von Arbeitslosenhilfe wegen von Anfang an fehlender Bedürftigkeit auch dem Anspruch für einen nachfolgenden Zeitraum die Grundlage des Vorbezugs entzogen, so ist der ursprüngliche Verwaltungsakt auch hinsichtlich des späteren Zeitraums von Anfang an rechtswidrig iS des § 45 Abs 1 SGB 10.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

29.05.2008, B 11a/7a AL 64/06 R
LSG BW, 15.09.2006, L 8 AL 3082/06

Orientierung

Folgen mehrere Geburten in so kurzen Abständen aufeinander, dass sich die jeweils anschließenden dreijährigen Kindererziehungszeiten überschneiden, soll § 26 Abs 2a SGB III eine Versicherungspflicht für die gesamte Zeit von der Geburt des ältesten bis zur Vollendung des dritten Lebensjahrs des jüngsten Kindes begründen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Versicherungspflicht

29.05.2008, B 11a AL 61/06 R
LSG NW, 28.04.2006, L 4 U 81/04

1. Die §§ 358 ff SGB 3 über die Erhebung und Berechnung der Insolvenzgeld-Umlage entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Regelungen zum Konkursausfallgeld und unterliegen ebenso wenig verfassungs- bzw gemeinschaftsrechtlichen Bedenken wie die §§ 186b ff AFG (Anschluss an BSG vom 21.10.1999 - B 11/10 AL 8/98 R = BSGE 85, 83 = SozR 3-4100 § 186b Nr 1).

2. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der neueren Rechtsprechung des EuGH zur Rechtswidrigkeit der Finanzierung von unter Verstoß gegen das gemeinschaftsrechtliche Beihilfeverbot verwendeten Mitteln (vgl EuGH vom 27.10.2005 - C-266/04 - Nazairdis = SozR 4-6035 Art 87 Nr 1).

Rechtlicher Schwerpunkt: Insolvenzgeld/Konkursausfallgeld

29.05.2008, B 11a AL 57/06 R
LSG NW, 06.09.2006, L 12 AL 19/06

Bei andauernder Überwachung der Planerfüllung durch den Insolvenzverwalter rechtfertigt die Durchführung eines Insolvenzplanverfahrens nicht die Annahme, die Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers sei beendet und ein neues Insolvenzereignis könne eintreten (Bestätigung und Weiterführung von BSG vom 21.11 2002 - B 11 AL 35/02 R = BSGE 90, 157 = SozR 3-4300 § 183 Nr 3).

Rechtlicher Schwerpunkt: Insolvenzgeld/Konkursausfallgeld

29.05.2008, B 11a AL 23/07 R
LSG NW, 21.03.2007, L 12 AL 113/06

Es verstößt nicht gegen höherrangiges Recht, wenn das Arbeitslosengeld im Anschluss an Erziehungszeiten nach Qualifikationsgruppen bemessen wird.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

06.05.2008, B 7/7a AL 8/07 R
LSG RP, 19.09.2006, L 1 AL 154/05

1. Vermittelt ein Makler einen Arbeitslosen an einen Arbeitgeber, bei dem er selbst abhängig beschäftigt ist, so ist eine unzulässige wirtschaftliche Verflechtung, die einem Maklerhonorar entgegensteht, nur anzunehmen, wenn weitere Umstände hinzutreten.

2. Ist die Vermittlungstätigkeit des Maklers bereits vor der im Vermittlungsgutschein angegebenen Geltungsdauer beendet und liegen die sonstigen Voraussetzungen für einen Anspruch auf Vergütung des Maklers durch die BA vor, so genügt es für den Anspruch auf Maklervergütung, dass der Geltungszeitraum des Vermittlungsgutscheins mit dem Tag der Beschäftigungsaufnahme des Arbeitgebers übereinstimmt.

Rechtlicher Schwerpunkt: Vermittlungsgutschein

06.05.2008, B 7/7a AL 16/07 R
LSG HE, 11.12.2006, L 9 AL 148/06

Die Bundesagentur für Arbeit ist berechtigt, die Bewilligung von Eingliederungszuschüssen an Arbeitgeber davon abhängig zu machen, dass die Arbeitgeberinteressen nicht gegenüber den arbeitsmarktlichen Interessen überwiegen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Eingliederungszuschuss

06.05.2008, B 7/7a AL 10/07 R
LSG RP, 19.09.2006, L 1 AL 155/05

Orientierung

Parallelentscheidung zu B 7/7a AL 8/07 R

Rechtlicher Schwerpunkt: Vermittlungsgutschein

29.01.2008, B 7/7a AL 70/06 R
LSG SN, 02.11.2006, L 3 AL 164/05

Zur Frage, ob die Teilnahme an einer Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahme bei einem Bildungsträger, dessen alleiniger Betriebszweck die Vermittlung von Qualifizierung und Ausbildung ist, ein Versicherungspflichtverhältnis iS des Arbeitsförderungsrechts und damit eine Anwartschaft für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld begründet.

Rechtlicher Schwerpunkt: Versicherungspflicht

29.01.2008, B 7/7a AL 68/06 R
LSG BW, 15.09.2006, L 8 AL 5285/05

Ein Anspruch auf eine Berufsausbildungsbeihilfe bei betrieblicher Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf besteht dann nicht, wenn der Auszubildende zuvor eine schulische Ausbildung absolviert hat, die in Ausbildungszeit und Ausbildungsabschluss einer betrieblichen Ausbildung gleichwertig ist.

  • Abgrenzung Ausbildung und Weiterbildung, Erstausbildung und Zweitausbildung

Rechtlicher Schwerpunkt: Berufsausbildungsbeihilfe

29.01.2008, B 7/7a AL 6/06 R
LSG BB, 29.04.2005, L 4 AL 41/01

1. Nach Abschluss personeller Abbaumaßnahmen besteht kein gesetzlich geregelter Anspruch auf eine pauschale Befreiung des Arbeitgebers von der Pflicht zur Erstattung des Arbeitslosengelds für ältere Arbeitnehmer, die im Rahmen der Personalreduzierung ausgeschieden sind.

2. Ein Bescheid, der einen entsprechenden Antrag ablehnt, erledigt sich schon mit Erlass eines Erstattungsbescheids.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

29.01.2008, B 7/7a AL 58/06 R
LSG HE, 26.06.2006, L 9 AL 1189/03

Erhält die Bundesagentur, die wegen der Nichtzahlung einer zum Ruhen des Arbeitslosengeldanspruchs führenden Entlassungsentschädigung des Arbeitgebers an den Arbeitslosen Arbeitslosengeld zahlt (Gleichwohlgewährung), Ersatz vom Arbeitgeber, indem dieser den auf die Bundesagentur übergegangenen Anspruch auf Entlassungsentschädigung erfüllt, entfällt die Minderung der Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes für die entsprechende Anzahl von Tagen. Dabei ist nicht zu Lasten des Arbeitslosen zu berücksichtigen, dass der Bundesagentur die Sozialversicherungsbeiträge aus dem Arbeitslosengeld vom Arbeitgeber nicht erstattet werden.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

29.01.2008, B 7/7a AL 40/06 R
LSG NW, 31.05.2006, L 1 AL 10/06

Bestand beim Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis ein vom Arbeitgeber nicht erfüllter Anspruch auf volles Arbeitsentgelt, so kann ein Anspruch auf höheres Arbeitslosengeld nicht unter Annahme eines Härtefalls darauf gestützt werden, dass zum Bemessungszeitraum auch Zeiten heranzuziehen sind, in denen der Arbeitgeber noch volles Arbeitsentgelt gezahlt hat.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

29.01.2008, B 7/7a AL 20/06 R
LSG BW, 13.07.2005, L 5 AL 5233/03

Der Anspruch auf Strukturkurzarbeitergeld setzt nicht voraus, dass der von der Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer selbst von Arbeitslosigkeit bedroht ist; Voraussetzung ist insoweit nur, dass er zur Gruppe der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmern gehört, die in einer betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheit zusammengefasst wurden, um Massenentlassungen im Betrieb zu vermeiden.

Rechtlicher Schwerpunkt: Kurzarbeitergeld - konjunkturell

2007nach oben

12.12.2007, B 12 AL 1/06 R
LSG NW, 05.07.2006, L 12 AL 256/05

1. Die Bundesagentur für Arbeit ist gehindert, sich gegenüber dem Anspruch auf Erstattung zu Unrecht entrichteter Beiträge auf Verjährung zu berufen, wenn sie zuvor einen Anspruch auf Arbeitslosengeld wegen der in der Vergangenheit zu Unrecht angenommenen Versicherungspflicht abgelehnt und dabei den Berechtigten nicht umfassend und vollständig über die Notwendigkeit einer entsprechenden schriftlichen Antragstellung sowie deren Modalitäten belehrt hat.

2. Bei Streitigkeiten über die Rückabwicklung von Beitragszahlungen aus fehlgeschlagenen Versicherungsverhältnissen richtet sich der kostenrechtliche Status des Klägers stets nach dem Status, der nach der ursprünglichen Annahme das Versicherungsverhältnis begründet hatte.

  • Kostenrecht

Rechtlicher Schwerpunkt: Viertes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IV)

28.11.2007, B 11a/7a AL 62/06 R
LSG BB, 21.02.2006, L 12 AL 4578/05

Orientierung

Abschaffung der Alhi mit Wirkung ab 1. Januar 2005 ist nicht verfassungswidrig. Die Alhi ist keine beitragsfinanzierte Leistung, sondern eine aus Steuermitteln finanzierte Fürsorgeleistung.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

28.11.2007, B 11a/7a AL 14/07 R
LSG BW, 12.09.2006, L 13 AL 1070/05

Stützt das erstinstanzliche Gericht seine Entscheidung auf den persönlichen Eindruck von einem Beteiligten, darf sich das Berufungsgericht nicht ohne dessen erneute Anhörung über die Glaubwürdigkeitsbeurteilung der Vorinstanz hinwegsetzen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Sozialgerichtsgesetz (SGG)

28.11.2007, B 11a AL 59/06 R
LSG NW, 23.08.2006, L 12 AL 257/05

Der übergangsweise weitergeltende Vermögensfreibetrag in Höhe von 520 Euro je Lebensjahr ist nur Personen zuzuerkennen, die in ihrer Person die Voraussetzungen des § 4 Abs 2 S 2 AlhiV 2002 erfüllen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

28.11.2007, B 11a AL 47/06 R
LSG BB, 30.06.2006, L 4 AL 32/05

Ändert sich während des laufenden Bewilligungsabschnitts das neben der Ausbildungsvergütung vorhandene Nebeneinkommen des Auszubildenden zu seinen Ungunsten, ist die Berufsausbildungsbeihilfe neu zu berechnen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Berufsausbildungsbeihilfe

28.11.2007, B 11a AL 39/06 R
LSG ST, 18.05.2006, L 2 AL 149/03

Aus dem grundsätzlichen Leistungsausschluss von Personen, die während ihrer beruflichen Ausbildung im Haushalt ihrer Eltern oder eines Elternteils untergebracht sind, von der Berufsausbildungsbeihilfe ergibt sich keine Verletzung des verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgebots.

Rechtlicher Schwerpunkt: Berufsausbildungsbeihilfe

28.11.2007, B 11a AL 29/06 R
LSG NW, 16.02.2006, L 9 AL 88/05

Der Erstattungsanspruch des erstangegangenen Leistungsträgers gegen den vorrangig verpflichteten Träger wird nicht durch die Regelungen des § 14 SGB 9 ausgeschlossen (Anschluss an BSG vom 26.6.2007 - B 1 KR 34/06 R = Breith 2008, 448).

Rechtlicher Schwerpunkt: Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX), Teil 1 / Reha

17.10.2007, B 11a/7a AL 72/06 R
LSG NW, 29.03.2006, L 12 AL 27/05

1. § 37b SGB 3 sieht keine Verpflichtung der Bundesagentur für Arbeit zur individuellen Belehrung über die Notwendigkeit einer frühzeitigen Arbeitsuche vor (Bestätigung von BSG vom 25.5.2005 - B 11a/11 AL 81/04 R = BSGE 95, 8 = SozR 4-4300 § 140 Nr 1).

2. Zur Frage, ob die in Aufhebungsbescheiden der Bundesagentur für Arbeit enthaltenen Hinweise auf eine mögliche Verringerung der Höhe des zukünftigen Leistungsanspruchs bei verspäteter Arbeitsuchendmeldung inhaltlich richtig sind (Anschluss an BSG vom 28.8.2007 - B 7/7a AL 56/06 R = SozR 4-4300 § 37b Nr 5).

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

17.10.2007, B 11a/7a AL 52/06 R
LSG NW, 22.05.2006, L 19 AL 193/05

Die erstmalige Herstellung einer ernsthaften und auf Dauer angelegten Erziehungsgemeinschaft durch Zuzug mit dem minderjährigen Kind zum nichtehelichen Partner bildet unabhängig davon, ob es sich bei dem Partner um ein leibliches Elternteil handelt, einen wichtigen Grund iS des Sperrzeitrechts, wenn Gründe des Kindeswohls dies erfordern (Weiterentwicklung von BSG vom 12.11.1981 - 7 RAr 21/81 = BSGE 52, 276 = SozR 4100 § 119 Nr 17).

Orientierung

Allein wegen einer erst herzustellenden eheähnlichen Gemeinschaft können sich arbeitslose Personen nicht auf einen wichtigen Grund im Sinne des Sperrzeitrechts berufen. Es genügt insoweit nicht, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Voraussetzungen einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft nach den vom BSG entwickelten Grundsätzen erfüllt sind; Rn. 20 juris.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

17.10.2007, B 11a/7a AL 44/06 R
LSG NW, 24.05.2006, L 12 AL 87/05

Orientierung

Eine Pflicht der Agenturen für Arbeit zur individuellen Belehrung über die Notwendigkeit einer frühzeitigen Arbeitsuche kann dem Gesetz nicht entnommen werden. Die Hinweise dazu im Merkblatt bzw in einem Aufhebungsbescheid sind inhaltlich nicht zu beanstanden.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

17.10.2007, B 11a AL 7/06 R
LSG NW, 29.11.2005, L 1 AL 38/03

§ 128 Abs 1 S 2 Nr 5 AFG ist funktionsdifferent dahingehend auszulegen, dass die Berechtigung zur Kündigung aus wichtigem Grund grundsätzlich bei Beendigung der Beschäftigung vorhanden sein muss, wenn diese mit dem rechtlichen Ende des Arbeitsverhältnisses nicht übereinstimmt.

  • funktionsdifferente Auslegung
  • § 147a SGB III / § 128 AFG

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

17.10.2007, B 11a AL 51/06 R
LSG BW, 26.07.2006, L 3 AL 1308/05

1. Der Arbeitnehmer löst das Beschäftigungsverhältnis durch die Vereinbarung über die Hinnahme einer Kündigung auch dann, wenn diese Vereinbarung im Rahmen eines arbeitsgerichtlichen Vergleichs geschlossen wird (Weiterführung von BSG vom 18.12.2003 - B 11 AL 35/03 R = BSGE 92, 74 = SozR 4-4300 § 144 Nr 6).

2. Bei einer durch arbeitsgerichtlichen Vergleich vereinbarten Lösung des Beschäftigungsverhältnisses kann sich der Arbeitnehmer auf einen wichtigen Grund berufen, wenn keine Gesetzesumgehung zu Lasten der Versichertengemeinschaft vorliegt.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

17.10.2007, B 11a AL 25/06 R
LSG NB, 28.03.2006, L 7 AL 433/03

Der Umfang der selbständigen Tätigkeit einer Gesellschafter-Geschäftsführerin ist anhand der tatsächlichen Verhältnisse, nicht auf der Grundlage der aus der Gesellschafterstellung folgenden Rechtsmacht festzustellen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

28.08.2007, B 7/7a AL 66/06 R
LSG NW, 31.08.2006, L 9 AL 21/06

Orientierung

Parallelentscheidung zu B 7a AL 38/06 R

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

28.08.2007, B 7/7a AL 56/06 R
LSG NW, 07.03.2006, L 1 AL 42/05

Es ist keine Voraussetzung für eine Minderung des Arbeitslosengeldes wegen verspäteter Arbeitsuchendmeldung, dass die Bundesagentur für Arbeit den Leistungsbezieher anlässlich der Aufnahme einer Beschäftigung ausdrücklich auf die Notwendigkeit einer frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung vor Ende dieser Beschäftigung hinweist; ein fehlender Hinweis ist nur bei der Prüfung zu beachten, ob sich der Arbeitslose vor einer erneuten Arbeitslosigkeit schuldhaft zu spät arbeitsuchend gemeldet hat.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

28.08.2007, B 7/7a AL 50/06 R
LSG NW, 29.11.2005, L 1 AL 24/04

1. Nach der bis zum 31.12.2002 geltenden Rechtslage war der Bezug einer Erwerbsunfähigkeitsrente auf Zeit nicht versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung und damit nicht anwartschaftsbegründend für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld.

2. Es verstößt insoweit nicht gegen den Gleichheitssatz, dass der Bezug einer Erwerbsunfähigkeitsrente auf Zeit dem Bezug von Krankengeld nicht gleichgestellt war.

3. Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung für Bezieher von Erwerbsminderungsrenten erst für die Zeit ab dem 1.1.2003 eingeführt worden ist.

Rechtlicher Schwerpunkt: Versicherungspflicht

28.08.2007, B 7/7a AL 16/06 R
LSG BY, 28.07.2005, L 11 AL 128/04

Das unangekündigte Betreten ihres nicht öffentlichen Betriebsbereichs durch Mitarbeiter der BA begründet ein berechtigtes Interesse (sog Rehabilitationsinteresse) einer GmbH an der Feststellung der Rechtswidrigkeit einer erledigten Außenprüfungsverfügung.

Rechtlicher Schwerpunkt: Außenprüfung

28.08.2007, B 7/7a AL 10/06 R
LSG HE, 28.10.2005, L 7 AL 117/05

Orientierung

Für den Rechtsgrundsatz, wonach die Vermögensinhaberschaft im Rahmen des bestehenden Sozialrechtsverhältnisses von dem vom Arbeitslosen gesetzten Rechtsschein abhängt, gibt es keine Rechtsgrundlage.

  • Treuhandvermögen

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

04.07.2007, B 11a AL 5/06 R
LSG BW, 30.11.2005, L 3 AL 1416/05

Die zur Arbeitnehmereigenschaft von Gesellschafter-Geschäftsführern entwickelten Grundsätze sind auch anzuwenden, wenn Personenidentität zwischen Geschäftsführern und Gesellschaftern besteht.

Rechtlicher Schwerpunkt: Insolvenzgeld/Konkursausfallgeld

04.07.2007, B 11a AL 45/06 R
LSG BW, 19.07.2006, L 7 AL 1433/05

Orientierung

Parallelentscheidung zu B 11a AL 5/06 R

Rechtlicher Schwerpunkt: Insolvenzgeld/Konkursausfallgeld

04.07.2007, B 11a AL 23/06 R
LSG BY, 18.11.2005, L 8 AL 36/05

Für den Nichteintritt der Erstattungspflicht wegen Erfüllung der Voraussetzungen für eine anderweitige Sozialleistung ist maßgebend, ab welchem Zeitpunkt der Arbeitslose bei rechtzeitiger Antragstellung die Zahlung der anderweitigen Leistung erhalten kann.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld

10.05.2007, B 7a AL 8/06 R
LSG SH, 11.11.2005, L 3 AL 7/05

Zum Vorliegen eines Versicherungspflichtverhältnisses bzw einer abhängigen Beschäftigung einer GmbH-Geschäftsführerin, deren Ehegatte Alleingesellschafter der GmbH ist.

Rechtlicher Schwerpunkt: Versicherungspflicht

10.05.2007, B 7a AL 48/06 R
LSG HE, 20.02.2006, L 9 AL 277/05

Orientierung

Ein besonderer (verfassungsrechtlicher) Vertrauensschutz für die Betroffenen der sog "58er Regelung" besteht nach Ersetzung der Arbeitslosenhilfe durch die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach SGB II nicht.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

10.05.2007, B 7a AL 30/06 R
LSG BW, 17.03.2006, L 8 AL 2001/05

Die Anwendung der Nahtlosigkeitsregelung des § 125 SGB 3 setzt voraus, dass die BA die tatbestandlichen Voraussetzungen dieser Norm - Minderung der Leistungsfähigkeit auf weniger als 15 Stunden wöchentlich für eine Dauer von über sechs Monaten - selbst ermittelt und feststellt.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosenhilfe

10.05.2007, B 7a AL 14/06 R
LSG BY, 07.10.2005, L 8 AL 201/04

Bei der Beurteilung, ob die Pflicht des Arbeitgebers zur Erstattung von Arbeitslosengeld für ältere Arbeitnehmer wegen einer unzumutbaren Belastung (Gefährdung der verbleibenden Arbeitsplätze nach Personalabbau) entfällt, ist nicht nur auf das operative Ergebnis des Unternehmens abzustellen; maßgeblich ist die Gesamtsituation des Unternehmens unter Einschluss von Gewinnen aufgrund der Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Rechtlicher Schwerpunkt: Arbeitslosengeld